Was Nasir heute macht, ob er noch in der Fabrik arbeitet, wo er lebt und wie es ihm geht – wir wissen es nicht. Über seine alte Handynummer ist er nicht mehr erreichbar. Wenn alles nach seinem Plan gelaufen ist, hat er etwas Geld gespart, sich ein Busticket in den Norden Ghanas gekauft und in seiner Heimat einen kleinen Laden eröffnet.

Berichterstattung ist nur ein kleines Mosaik, um auf ein Thema aufmerksam zu machen – doch bestenfalls kann es der erste Schritt sein, um etwas zu verändern. Teile unserer Arbeit sind in der ZEIT und auf ZEIT ONLINE veröffentlicht worden. Mehrere deutsche Autohersteller hätten daraufhin bei ihren Batterielieferanten nach der Herkunft des Bleis gefragt, wie wir aus zweiter Hand von einem Insider erfahren haben.

Im Juni 2017 plant die ghanaische Umweltbehörde gemeinsam mit Umweltexperten eine erneute Überprüfung der Bleihütten. Noch ist ungewiss, was genau die Überprüfung bewirken soll. Nur wenn die ghanaische Regierung sich dazu durchringt, gezielte Maßnahmen und strengere Regularien einzuführen, wird sich für die Arbeiter und die Umwelt etwas ändern.

In der Branche gibt es Gerüchte, dass die indische Firma Gravita ihren Standort in Ghana auf ein abgelegeneres Gelände verlegen will. Vorübergehend musste die Firma ihre Anlage schließen, nachdem benachbarte Industriebetriebe sich über die hohen Bleiemissionen beschwert hatten. Bei einer Verlegung der Anlage bliebe kontaminierter Boden zurück und die Frage, was mit den Altlasten geschieht. Eine Sanierung wäre kostspielig, ohne Sanierung wäre der Ort auf unbestimmte Zeit hochgradig mit Schwermetall belastet. Jegliche Nutzung – ob als Wohn- oder Gewerbefläche – wäre fahrlässig.